Parallels Desktop 14 für Mac

Mit freundlicher Unterstützung von Parallels haben wir eine Version 14 Jahreslizenz zur Verfügung gestellt bekommen. Wir haben nun natürlich eifrig geschaut, was es für Neuerungen in der Version 14 gibt und womit uns die amerikanischen Entwickler dieses Mal überzeugen wollen. Wir haben son paar Sachen gefunden, die tatsächlich überzugen und möchten euch in diesem Review ein kurzen Überblick darüber geben.

Im Vorwort sei gesagt, dass wir leider nur einen Vergleich zur Version 9 ziehen können, da dies die letzte Version ist, mit der wir produktiv gearbeitet haben. Jetzt werden einige sicherlich sagen, dass dieser Test nicht repräsentativ genug ist. Das könnte unter Umständen auch wohl so sein, dennoch möchten wir die Version 14 vorstellen und können leider nur die 9er als Referenz vorweisen. Deswegen bitten wir hier um ein bisschen Nachsicht und wünschen euch dennoch viel Freude beim Lesen.

Zuerst einmal bekommen wir mit der Version 14 eine aktuelle Version der Software spendiert, die dann in der Lage ist, sämtliche Windows [inkl. Updates] & Mac [OS X 10.14 Mojave] Versionen zu hosten. Auch alte Betriebssysteme bleiben dem Mac erhalten und können nach Herzenslust nachinstalliert werden. Wenn wir eine Windows 10 VM auf dem MacBook Pro von 2017 ausführen, so fühlt sich diese viel Performanter an als noch zuvor in Version 9. Das Highlight in Version 9 war aber beispielsweise die Funktion des Power Nap, ihr legt euren Mac schlafen und er bekam dennoch Updates aufgespielt – das funktionierte nun auch auf der Windows VM. In Parallels 14 winken dafür einige neue tolle Features, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

Touch Bar Support

Ich liebe die Touch Bar an meinem MacBook Pro und ich verwende sie so oft ich kann. Umso genialer fand ich es, dass man mit Parallels die Leiste nun so weit abändern kann, dass wir nun Windows Symboliken in die Leiste ziehen und mit ihnen interagieren können. So kann man den Edge (sofern man ihn denn benutzt) oder aber den Explorer aus der Touch Bar im Coherence Modus starten und es poppt das gewünschte Programm einfach auf.

One Click Optimisation

Wenn ein Bentuzer nicht weiß, welche Ressourcen er seiner VM zuspielen soll, damit das Host-System nicht in Bedrängnis kommt, dem spendiert Parallels ein One Click Optimistation. Das bedeutet, dass wir für die VM aus den Bereichen „Produktivität, Spiele, Design, Softwaretests oder -Entwicklung“ aussuchen und Parallels Desktop 14 übernimmt dann die Zuweisung der Ressourcen. Hier haben wir dann für jeden Bereich passende Konfigurationen, die dann auch auf die jeweiligen Bereich abgepasst ist.

 

Quellen an OS

Parallels 14 hat von Haus aus schon eine kleine Auswahl integriert. Wir können aus vordefinierten OS [Operation Systems] auswählen. So können wir beispielsweise Windows herunterladen und installieren, ohne das Media Creation Tool von Microsoft herunterladen und installieren zu müssen und darüber dann die ISO zu beziehen. Toll auch, dass man ein OSX aus der Wiederherstellungspartition heraus installieren oder gar in Android Gefilde eintauchen kann. So kann man seine Sandbox für seine Vorlieben erstellen und somit auch Software testen oder aber Archive mit Viren öffnen, um zum Beispiel ein Anti Virus Suite zu testen. Hier sind die Möglichkeiten offen und mit derOne Click Optimisation erhält man auch hier die passende VM zu seinem Einsatzgebiet. Wenn man sein Liebling ausgewählt hat, so wird dann die ISO heruntergeladen und dann nach dem Prozess zur Installation bereitgestellt bzw. verwendet. Nach der Installation steht dann die VM bereit und wir können sie nach Herzenslaune nutzen.

Was ich persönlich toll finde ist, dass man so auch mal als Anfänger in die Gefilde von Linux oder eben mobilen OS eintauchen kann, um dort Erfahrungen zu sammeln. Man muss nicht wissen, wie man an die ISOs kommt, muss nicht wissen, wie eine VM bereitgestellt wird und man muss sich auch nicht mit der Konfiguration der einzelnen KOmponenten für die VM auskennen. Man wählt sein System aus, sagt Parallels wofür man es einsetzen möchte und der Rest geht von Zauberhand. Und auch ein riesiger Pluspunkt ist, dass die VMs neben dem Gastbetriebsystem betrieben werden können und ein Herunterfahren von OSX, wie es zum Beispiel bei Bootcamp der Fall wäre, ist nicht von Nöten.

Preise

Bei den Preisen setzt Parallels mittlerweile auf ein etwas angepasstes Modell. Durch das Einläuten von Cloud, SaaS [Software as a Service] , PaaS [Platform as a Service] oder auch Cloud Computing sind auch die Bezahlmöglichkeiten mehr in Richtung >Subscription< gewandert. So sind nicht nur Microsoft mit ihrem Office nun in einem Abonnement verfügbar, sondern auch Parallels setzt auf ein Abo in ihrem Lizenzmanagement. So können wir beispielsweise die Standard-Version als Einmal-Lizenz für 99,99€ erwerben. Teuer werden sich nun einige denken, zumal es damals die Upgrade Version für ~40€ gab und die Volllizenz für 79€. Der „Trick“ an der Sache ist, dass man nun für die Normale und auch die Pro Lizenz jeweils ein jährliches Abo abschließen kann, welches 79,99€ kostet und somit ein kostenloses Upgrade zu einer neuen Version anbietet. Wenn nun also in einem Lebenszyklus Updates und Upgrades erscheinen, so können diese unentgeltlich heruntergeladen und bestehende Installationen aktualisiert werden. Eigentlich ein faires Modell, wenn die Produktpalette entsprechend häufig aktualisiert wird und auch neue Versionen nicht 2 Jahre brauchen, um auf den Markt geschmissen zu werden.

Schön an dem Abonnement ist ebenfalls, dass wir Zugriff auf die Toolbox erhalten und ebenfalls Access mit in die Bestandsliste mit aufgenommen wird. Also neben der Lizenz für die Virtualisierungssoftware noch einmal 20 € für Toolbox und 49€ für Access sparen. Dabei ist Access ein etwas komfortableres Tool als Teamviewer.

 

Coherence Mode – das Verschmelzen zweier Welten

Wenn wir ein Windows Betriebssystem installiert haben – jedenfalls bietet es sich dort am meisten an – können wir den sogenannten Coherence Modus einschalten. Somit wird die vermeitliche Sandbox von Windows ausgeblendet und sämtliche Dienstprogramme und Programme, die vorher im Windows VM-Fenster geöffnet wurden und auch nur dort herumgezogen werden konnten, öffnen nun in der Mac OSX Umgebung. Das hat den Vorteil, dass wir nun auch OSX Funktionen nutzen können und wir nicht mehr auf nur einer Auflösung von zum Beispiel 1024*768 beschränkt sind. Mit OSX Funktionen meine ich die Vollbild Ansicht, das Absetzen in das OSX Dock oder aber auch das Starten der Applikationen aus der Mac Umgebung heraus. Alles wirkt, wie aus einem Guss und lässt sich auch ohne Probleme bedienen. Genial ist generell, dass nun Windows und OSX nebeneinander existieren und wir nicht für eines der beiden Betriebssysteme erst neue starten müssen und somit Minuten verschwenden. Auch fällt das Problem weg, dass wir, wenn wir die Variante Bootcamp haben, dass wir Dateien nicht extra auf ein Netzwerk-Share oder einen USB Stick auslagern hätten müssen, sondern können diese nun direkt auf einem System [je nach Konfiguration des Dateisystems der VM] ablegen und auf dem nächsten weiter bearbeiten. Das spart nicht wieder nur Zeit, sondern auch weitere Ressourcen in Form von Speicher. Die Vorteile liegen hier natürlich auf der Hand und überwiegen.

 

Parallels Toolbox

Wir hatten das Glück und durften zu unserem Abonnement die Parallels Toolbox für Mac OSX testen. Dabei handelt es sich um ein Sammelsurium an Funktionen, die mittels Shortcuts aktiviert werden können und dann beispielsweise einen Screenshot erstellen oder aber Bildschirminhalte aufzeichnen. Das Tool installiert sich mit einem Icon in der Taskleiste und fortan kann mit einem Klick auf ein Schnellmenü aller verfügbaren Shortcuts zugegriffen werden. Einige Menüpunkte fragen vor ihrer eigentlichen Funktion noch nach einigen Einstellungen, bevor sie dann tatsächlich loslegen. Viele Dinge die dort vorhanden sind erleichtern das Leben ungemein. Ich muss nicht mehr CMD+Shift+3 drücken, sondern fahre nur mit der Maus über das Icon „Screenshot erstellen“ und schon habe ich ein Screenshot erstellt. Für die Videoaufnahme muss ich nicht erst mein Quick Time Player starten, ich sage einfach  „Bildschirm aufnehmen“ und los geht die Luzie. Gerade für Leuten, die die ganzen OSX Shortcuts und Programme nicht kennen / haben ist die Toolbox eine wahre Bereicherung!

Die Toolbox ist ebenfalls wie schon die Virtualisierungssoftware zu einem Preis von 19,99 € im Jahr verfügbar. Darüber hinaus gibt es noch Lizenzen für Teams oder gewisse Abstufungen der möglichen Shortcuts. Wenn wir beispielsweise nur die Video Tool benötigen, dann kaufen wir uns diese für 9,99€.

 

Performance + Usability

Früher habe ich mir schon immer gesagt, dass ich eine performante VM benötige, da ich sämtliche Aufgaben auch so bewältigen möchte, als säße ich vor einem richtigen Windows PC. Dabei ist die Usability immer ein wenig unter gegangen, da ich mich so ziemlich um alles selber kümmern musste und wenn dann etwas nicht so funktionierte wie ich wollte oder aber ein Problem dem nächsten folgte, dann musste ich selber nach der Problemlösung suchen. Für Menschen ohne Kenntnisse von PC und Technik wäre dies nun entweder der Weg des Verzweifeln

Die Virtualisierungssoftware Nr.1 für den Mac
  • 97%
    Brauchbarkeit - 97%
  • 94%
    Einsatzmöglichkeiten - 94%
  • 93%
    Verständlichkeit - 93%
  • 78%
    Preis / Leistung - 78%
90.5%

Summary

Parallels Desktop bleibt neben VM Ware Fusion eines der beliebtesten Virtualisirungstools für den Mac. Die Bedienung ist viel intuitiver und einfacher geworden und auch als Laie kann man nun VMs aufsetzen, ohne große Mac / PC Kentnisse zu besitzen. Durch die vielseitigen Funktionen gelingt es Parallels mich wieder zurück in ihr Lager zu ziehen. Nicht nur die Performance, die Einfachheit und die Funktionen machen die Software zu einem unverzichtbaren Begleiter, sondern auch die Einstellung jeden User dort abzuholen, wo er sich gerade befindet- ob man nun IT Professional, Designer, Lehrer, Spieler oder sonstiges ist, Parallels nimmt jeden User an die Hand und stellt die geforderten Ressourcen in windeseile zur Verfügung. Was ich allerdings nicht so ganz befürworte ist die neue Preispolitik von Parallels. Mittlerweile steigt jeder auf ein Abo Modell um, um auch die Kundschaft zu binden, allerdings kann niemand voraussagen, wie viele Updates erscheinen werden und sich der etwas hohe, jährliche Preis rechnet.

Pros

  • Viele Funktionen
  • automatischer ISO Download für einige OS
  • Performance / One Klick Optimisation
  • Coherence
  • Zeitersparnis

Cons

  • Preispolitik

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